Kopiert und Verraten!?

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  • Durch Leander Prem
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Kopiert und Verraten!?

In diesem Artikel schildere ich ein Erlebnis mit einem Mitbewerber, das mich persönlich und vermutlich auch geschäftlich getroffen hat.

Es würde nicht ganz der Wahrheit entsprechen, wenn ich behaupte diesen Beitrag nur zu verfassen, um meine Erkenntnisse aus dem Erlebten festzuhalten. Aber eine meiner Lektionen aus meiner ersten Zeit als Unternehmer ist, dass jeder Rückschlag auch etwas Gutes hat bzw. sich etwas Gutes daraus machen lässt.



Die Story

 

Mein erster Berührungspunkt mit der Berliner GbR liegt  schon etwas zurück.

Ich hatte, bevor ich meinen eigenen Onlineshop eröffnet habe, in diesem Vaporizer Shop etwas bestellt.

Ende 2015, als meine Pläne Vaporizer zu vertreiben reiften, beschloss ich einen Brief an jenen etablierten Vaporizershop zu schreiben und eine Art Kooperation vorzuschlagen.

Dieser Brief wurde zwar nie beantwortet, aber ich war den Kollegen deshalb nicht wirklich böse, da ich vermutete, dass Sie weder Zeit noch Lust hatten jedem Neuling zu antworten.

Im Nachhinein bin ich insbesondere mit Blick auf die folgende Geschichte froh, ganz mein eigenes Ding angegangen zu sein.

Einige Zeit später - mein Shop existierte bereits mehrere Monate - trat ich also mit dieser GbR, die als Großhändler auch Produkte an Wiederverkäufer liefert, erneut  in Kontakt um etwas zu bestellen. So wurde ich Geschäftspartner der GbR, wenn auch sicher ein sehr unbedeutender.

Als ich im Rahmen meiner Einkaufstätigkeiten Mitte dieses Jahres (2017) ein Produkt per Email bestellen wollte, kam der Stein ins Rollen.

Der Inhaber des Mitbewerbers, der offensichtlich persönlich meine Anfrage bearbeitete, überflog meine Webseite und schrieb

...…

    Ich sehe Ihr verkauft einen Ständer für den Mighty. Verkauft ihr den

    auch? 

…..

Ich antwortete, dass er mir seine Abnahmemenge nennen möge und ich dann einen Preis kalkulieren könne.

Auch wenn der Vapstand dadurch nicht mehr exclusiv bei mir erhältlich sein würde, sah ich Vorteile:

Durch den Verkauf an Partner würde ich höhere Stückzahlen produzieren, so die Produktionskosten senken, etwas Geld verdienen und diese in die Weiterentwicklung von Vaping Lee stecken können. Doch so sollte es nicht kommen.

Meine Nachfrage wurde zwar noch kurz beantwortet allerdings ohne, dass der Inhaber der GbR eine Stückzahl nannte. Auf eine weiter Mail wurde mir nicht mehr geantwortet. Dies kam mir zwar etwas seltsam vor, aber ich vergaß die Sache bald.

Warum das Interesse plötzlich verschwunden war, wurde mir schmerzhaft klar, als ich nach einigen Monaten die Webseite dieser Berliner GbR besuchte. Dort wurde eine exakte Kopie des Vapstands angeboten, mit dem Logo des Mitbewerbers, etwas günstiger und Made in China!

Die “Kollegen” hatten die Idee ihres eigenen Geschäftspartners eiskalt kopiert und verkauften den Mighty Standfuß nun als Ihr eigenes Produkt.

Ein Produkt, das zwar für den Außenstehenden nur ein seltsam geformtes Stück Kunststoff ist, für mich aber das erste eigene Baby, in das ich viel Herzblut und Zeit investiert habe.

Soweit die Geschichte. Wie soll ich nun damit umgehen und kann ich aus dem Erlebten etwas lernen?

 

 

Schlecht Gefühle vergiften mich, nicht den Verursacher

 

Die Gefühle, die bei mir aufkamen, waren Wut und Hass. Ich war tief enttäuscht und verbittert, dass meine kooperative Haltung so beantwortet wurde.

Mir war klar, dass gute Ideen früher oder später kopiert werden, aber dass ein etabliertes Unternehmen seinen eigenen Geschäftspartner so scheinheilig hintergeht, hatte ich nicht erwartet. Vermutlich eine naive Einstellung.

Bringen mir meine negativen Gefühle etwas? Nein!

Sie ziehen mich runter, lähmen mich und machen die Sache nicht besser sondern schlimmer. Die Verursacher dieser Gefühle erleiden dadurch keinerlei Schaden aber ich vergifte mich durch diese Emotionen.

Aber kann ich diese sinnlosen Gefühle abstellen? Nicht gleich und nicht auf Knopfdruck, aber ich kann die Energie, die diese Emotionen erzeugen nutzen, zum Beispiel um diesen Blogartikel zu schreiben.

Einen Artikel über den Umgang mit einer solchen Enttäuschung, wie Du sie sicher auch schon erlebt hast.



Was geht im Anderen vor?

 

Verständnis ist in diesem Fall schwer aufzubringen, dennoch versuche ich mich in die Haut des Anderen hineinzuversetzen. Was treibt die Inhaber dieses Unternehmens dazu, einem kleinen, unerfahrenen Mitbewerber jedes Entgegenkommen zu verweigern, sondern voller Konkurrenzdenken dem kurzfristigen Gewinn nachzujagen?

Auch wenn praktische Überlegungen im Vordergrund standen, so enthüllt das Verhalten Mangeldenken und Angst. Nicht Angst vor mir als Konkurrent, sondern eine grundsätzliche Angst, dass der Kuchen zu klein ist, zu wenig da ist und deshalb niemand anders etwas abbekommen soll.



Soll ich gegen den Produktklau vorgehen?

 

Der im Produktrecht bewanderte Leser weiß sicher besser, ob und wie ich juristisch auf das unfaire Vorgehen reagieren könnte.

Abgesehen von den vermutlich geringen Erfolgsaussichten, will ich aber meine knappe Zeit nicht damit verplempern, um mit einem Mitbewerber zu streiten. Ein Vorgehen gegen den Mitbewerber widerspricht auch meiner Überzeugung, dass Mehrwert für Kunden im Mittelpunkt des unternehmerischen Handelns stehen sollten und nicht die Konkurrenz.

Weder meine Kunden, noch die gute Sache würde von einem Gegeneinander profitieren.

Denn...



Gegeneinander schadet Allen

 

Gegeneinander und Konkurrenzdenken wird uns leider spätestens in der Schule beigebbracht. Dabei ist ein Miteinander am Ende für Alle besser.

Auch dieser speziellen Fall zeigt das:

Die von mir anfangs angebotene Kooperation wäre für den Mitbewerber und mich nur von Vorteil gewesen. Ein dem Miteinander aufgeschlossener Mitbewerber hätten von meinen Ideen profitiert und umgekehrt hätte ich schneller Reichweite erlangt und Zugang zu vielen Produkten erhalten.

Mehr Mit- als  Gegeneinander ist auch auf globaler Ebene unsere einzige Chance die Probleme in den Griff zu bekommen. Kriege, Auseinandersetzungen, Ausgrenzung und Angst schaden allen, nicht nur den Opfern!

Da die meisten von uns aber wenig Einfluss auf mächtige Strippenzieher haben, sollten wir mit dem Miteinander im Kleinen anfangen auf dass es sich wie ein heilsamer Virus von unten nach oben verbreite.

Ist denn dieser Blogartikel nicht auch ein Gegeneinander?

Zugegeben, ganz mit mir einig war ich nicht, diesen Blogartikel zu veröffentlichen.

Auch wenn mein Hauptanliegen ist, meine Gedanken zu diesem Erlebnis festzuhalten und mit euch zu teilen, so spielt auch der Wunsch, das aus meiner Sicht unfaire Verhalten festzuhalten eine Rolle. 

Von vollkommener Gleichmütigkeit gegenüber solchen Attacken bin ich also auch noch weit entfernt. Dieser Artikel ist der Versuch auf das Geschehene gelassen aber nicht tatenlos zu reagieren, so wie es mir eben möglich ist.



Jetzt erst recht!

 

Sicher es ist ein Rückschlag, dass mein (bisher) einziges Produkt nach so kurzer Zeit kopiert wurde, aber für mich kein Grund den Kopf in den Sand zu stecken.

Im Gegenteil, ich sage mir:

 “Wer kopiert wird macht etwas richtig.”

So versuche ich also diesen unsanften Schubser mit Würde zu ertragen, mir den Staub abzuklopfen und mit umso mehr Elan weiterzumachen.

Schließlich gibt es auch so viele gute, motivierende Erlebnisse.

 

 

Es geht auch anders

 

Leider neigen wir dazu negativen Erfahrungen viel Zeit in unseren Gedanken und Gefühlen einzuräumen. Dabei gibt es soviel, für das ich dankbar bin.

Die ernüchternde Erfahrung mit diesem Mitbewerber wird nämlich hundertfach mit positiven, bestärkenden Kontakten zu Euch Kunden und Interessenten sowie zu anderen Geschäftspartnern und Branchenkollegen aufgewogen.

Vielen Dank für all die ermutigenden, herzlichen Kommentare, E-Mails und persönlichen Begegnungen.

Ihr seid für mich Vorbilder, Inspirationsquelle und die wichtigste Unterstützung!



Und deine Meinung?


Wie siehst Du die Sache mit dem Konkurrenzedenken? Hast Du Dich auch schon hintergangen gefühlt?

Es würde mich freuen, wenn Du uns in den Kommentaren Deine Sicht schilderst und Erkenntnisse aus Deinen eigenen, ähnlichen Enttäuschungen mit uns teilst.

 

Viel Mut, Kraft und Gelassenheit trotz der Widrigkeiten des Lebens wünscht Dir

 

Euer Lee

Kommentare

  1. Leander Prem Leander Prem

    Hallo Sebbi,
    Danke für Deinen Kommentar.
    Mit dieser unangenehmen Seite der Geschäfswelt müssen wir wohl leben. Habe aber zum Glück überwiegend nette, kooperative Menschen kennengelernt! (-:

  2. Sebbi Sebbi

    Im Geschäftsleben ist sowas leider ganz normal. Trotzdem, dieser Laden geht für mich auch gar nicht, der Kundenservice bei Problemen mit dem Gerät ist z.B. leider schlecht. Um noch ein weiteres Beispiel für unlautere Geschäftspraktiken zu nennen. Die vertreiben den Flowermate Pro Mini und behaupten, sie hätten einen speziellen Chip. Nur mit diesem Chip sei die Temperatureinstellung korrekt. Im Umkehrschluss funktionieren dann alle gleichen Geräte von anderen Händlern nicht richtig. Ich habe deshalb bei der Herstellerfirma angefragt. Sie haben klargestellt, das dieser Händler genau die Geräte verkauft, wie alle anderen auch. Dazu haben sie folgendes über den Händler mitgeteilt: "Yes, sometimes they just want to sell more and that is why they claim like this." Wäre ich ein einigermaßen erfolgreicher Mitbewerber würde ich das sofort an meinen Anwalt weiterleiten. Du siehst das mit deinen moralischen Ansprüchen evtl. anders, aber für mich ist das ein ganz normales Vorgehen, wenn hier offensichtlich falsche Angaben gemacht werden.
    Ansonsten, bin zwar kein Kunde in deinem Shop aber mach weiter so!

  3. Leander Prem Leander Prem

    Hallo Jan,
    Danke für Deine netten Worte. Ja, es ist schade, dass auch kleine bis mittelgroße Unternehmen das Konkurrenzdenken pflegen.
    Aber ich hofffe und glaube, dass immer mehr Menschne umdenken!
    Behalte auch Du Deine tolle Einstellung!

  4. Leander Prem Leander Prem

    Hallo Matthias,
    Danke für Dein netten Kommentar.
    Ja, wir haben den Vapstand komplett selbst entwicklet. Habe schon gesehen, dass es Standfüße für den Mighty gibt. Aber diese Ausführung, mit Aussparungen und Nutzung der vorderen Kante zum Einklicken hatte ich Anfang diese Jahres (als wir ihn entwickelten) nicht gefunden. Wäre interessant seit wann z. B. der von Dir verlinkte Standfuß bereits auf dem Markt ist.

  5. Jan Jan

    „Was treibt die Inhaber dieses Unternehmens dazu, einem kleinen, unerfahrenen Mitbewerber jedes Entgegenkommen zu verweigern, sondern voller Konkurrenzdenken dem kurzfristigen Gewinn nachzujagen?“ Nun, ich denke, hier zeigt der Kapitalismus in Form deines Mitbewerbers seine hässliche Fratze. Aufstrebende Konkurrenz, noch dazu mit einem Alleinstellungsmerkmal, muss bekämpft und/oder übernommen werden. Leider ist Moral, in welcher Form auch immer, viel zu oft kein Kriterium, wenn man den unternehmerischen Erfolg maximieren will. Aber das weißt du aus deinem „alten Leben“ wahrscheinlich selbst am besten. Ich bin jedenfalls gerade froh, dort noch nie etwas gekauft zu haben (aus irgendeinem Grund war mir der Shop schon immer unsympathisch) und werde gleich mal eine Solidaritätsbestellung in deinem Shop aufgeben. Behalt dir deine tolle Einstellung zum Leben!

  6. Matthias Matthias

    Hallo, finde Deine Seite und Einstellung zu den Thema Vaporizer echt gut. Meine Frage, hast Du den mighty stand wirklich selbst entwickelt? Denn gibt es nämlich weltweit bei verschiedenen Webshop zu kaufen. Z.b. hier https://vapenorth.ca/products/mighty-vaporizer-stand?variant=49786847764

  7. Udo Udo

    Du hast die richtige Einstellung. Lass Dich nicht entmutigen !
    "Die Berliner" haben auf jeden Fall gerade einen Kunden verloren.
    Hatte die bislang für ein nettes StartUp gehalten.

    LG Udo

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